Ich und mein Mac

Zum Glück nur alle paar Monate steht in einer Anleitung „geben sie … im Terminal [ihres Macs] ein“.

Die Langversion davon lautet ungefähr:
„Stecken sie ihren Mac erst mal an die Steckdose, dafür langt der Akku nicht. Setzen sie das Mittagessen auf, bis sie fertig sind sind sie sonst verhungert. Öffnen sie das Terminal und kopieren den Befehl hinein. Stellen sie fest, dass irgendetwas nicht funktioniert. Googeln sie irgendetwas. Schließen sie die Hälfte der Google-Ergebnisse wieder weil sie vollkommen am Thema vorbei sind, was aber erst nach Lesen von 5 Kommentaren klar wird. Wir schätzen übrigens ihren grenzenlosen Optimismus sehr, aber das sie bis jetzt den Tipp zum Mittagessen aufsetzen ignoriert haben war echt unklug, holen sie das bitte jetzt nach. Geben sie neue Suchworte ein. Erinnern sie sich daran, dass deutsche Suchworte auch funktionieren würden. Googeln sie erst mal wie ihr Problem auf deutsch überhaupt heißt. Mischen sie jetzt deutsche und englische Suchbegriffe. Und nochmal. Finden sie eine Lösung. Ärgern sie sich, dass diese nicht funktioniert. Wiederholen sie das Spiel mit einer anderen Lösung. Finden sie eine dritte Lösung, die sogar einleuchtend wirkt. Öffnen sie ein anderes Terminalfenster als su root und installieren irgendetwas ganz anderes, was es aber anscheinend für Lösung 3 braucht. Warten sie bis ihr Mittagessen endgültig kalt geworden ist. Trinken sie einen zweiten Kaffee. Erinnern sie sich daran, dass sie allen Menschen gegenüber erwähnen, wie gut sie mit ihrem Mac zurechtkommen. Erinnern sie sich daran, dass sie die Sicherheit hoch schätzen. Erinnern sie sich daran, dass ihnen diese Sicherheit gerade eine einfache Installation vereitelt. Mischen sie zum 7ten Mal alle Terminal-, Browser- und Finderfenster durcheinander bis sie das richtige gefunden haben und aus dem anderen das richtige herüberzukopieren. Essen sie ihr Mittagessen. Checken sie aus lauter Frustration zum 5ten mal Facebook. Schreiben sie einen verärgerten Post. Warten sie bis die Maschine Bing macht. Die Installation ist hiermit abgeschlossen, gehen sie zurück zum Ursprungsproblem (CHDK möglichst einfach auf eine SD-Karte bringen) und schauen ob sich das jetzt einfacher lösen lässt. Widerholen sie den magischen Einzeiler, mit dem sich das ursprüngliche Problem in 10 Sekunden lösen ließe. Stellen sie erneut fest, dass der Einzeiler nicht funktioniert. Googeln sie. Stellen sie fest, dass sie eine Stunde am falschen Problem vergeudet haben. [Die Meldung „No Java Runtime present“ bedeutet nämlich mit Nichten und Neffen, dass man intuitiverweise „Java Runtime Environment“ installieren müsste – nur wegen der Namensverwandtschaft, lächerliches Argument! Im Terminal bedeutet diese Meldung, dass man das ungleich größere „Java Development Kit“ installieren muss.] Lachen sie, wenn es zum Weinen nicht reicht. Starten sie einen weiteren Download. Updaten sie ihr Gehirn mit einem weiteren Kaffee. Updaten sie ihren leicht verärgerten Post – wenn gar nichts auf der Welt geht kann man es wenigstens als amüsante Anektode veröffentlichen. Lösen sie ihr Problem. Irgendwie. Oder geben sie endlich auf! Genießen sie die Sicherheit gegen die Installation beliebiger Programme an ihrem Mac!“

So ungefähr.
Beim ersten Entwurf dieses Textes waren ein paar dieser Punkte noch reine Spekulation, da war ich erst bei dem Punkt mit dem kalten Mittagessen angekommen…

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